Das C&G Weinjahr 2025 - Was war los in unseren Weinbergen?
Wir sind mit ausreichend Winterfeuchte in das neue Jahr gestartet und hatten so optimale Voraussetzungen für einen guten Start in die Saison. Im Vergleich dazu haben wir einige Jahre erlebt, in denen wir mit mangelnder Bodenfeuchte bereits im Frühjahr zu kämpfen hatten. Diese Hürde war zu Beginn 2025 kein Thema!
Die Frostnächte, die wir zum Jahresanfang hatten, bescherten uns noch weitere gute Voraussetzungen; bei Frost dehnt sich das gefrorene Wasser im Boden aus und sprengt durch den Ausdehnungsdruck Erdklumpen auf, sodass diese zu feinen Krümeln zerfallen. Das verbessert die Bodengare enorm, da die krümelige Struktur zu einer guten Belüftung und Wasserspeicherung des Bodens beiträgt.
Ab März rückte dann allerdings das Thema Wasser in den Vordergrund, denn es war relativ trocken. Doch waren die Temperaturen im normalen Bereich, sodass der Austrieb der Reben regulär in der ersten Aprilwoche zu sehen war. Auch die Nachtfröste von 6. bis 8. April haben den Knospen, die gerade erst am Aufbrechen waren, keinen Schaden zugefügt. Soweit – so gut!
Allerdings haben uns die sehr geringen Niederschlagsmengen im März, April und Mai schon etwas ins Schwitzen gebracht. So mussten wir bereits Ende Mai, auf trockeneren Standorten und Jungfeldern mit der Bewässerung starten.
Im Mai waren die Temperaturen vor allem nachts eher unterdurchschnittlich und so schritt die Rebenentwicklung nur langsam voran. Die Blüte startete erst um den 5. Juni und zog sich durch Niederschläge und kühlere Temperaturen länger hin.
Die kühlen Temperaturen waren Ende Juni und Anfang Juli jedoch vollkommen vergessen. Vor allem nachts kühlte die hohen Werte der Tage nicht ab, wodurch das Rebenwachstum dann wiederum sehr schnell vorangetrieben wurde. Auch die größeren Niederschlagsmengen durch Gewitter im Laufe des Julis trugen dazu bei, dass die Rebenentwicklung ungehindert voranschreiten konnte.
Nachdem die Blüte noch zu einem eher normalen Zeitpunkt stattgefunden hatte, war der Reife-Beginn durch die hohen Temperaturen und dem gleichzeitig ausreichenden Niederschlag außergewöhnlich früh. Bereits Ende Juli konnten wir diesen bei frühreifenden Sorten feststellen. Anfang August folgten auch schon die Spätsorten wie Trollinger und Lemberger mit dem Farbumschlag und waren Ende August bereits komplett durchgefärbt. Das war alles andere als gewöhnlich!
Zum Glück war die Gefahr vor Pilzkrankheiten oder auch der, mittlerweile allseits bekannten, Kirschessigliege durch die trockene Witterung kaum vorhanden. Trotzdem mussten wir die Rebengesundheit genau im Auge behalten, denn durch die extrem weit fortgeschrittene Reife und daraus resultierende dünne Beerenhaut waren die Trauben anfällig für allerlei Außeneinflüsse. Das hat uns schließlich auch Anfang September dazu veranlasst, schnell zu handeln und nicht mehr zu pokern! Ein Glück, kann man im Nachhinein sagen, denn so konnten wir mit dem Lesestart bis zu deren Ende gesunde und vollreife Trauben einfahren.
Bis zum 16. September hatten wir an neun Tagen Niederschlag mit rund 60 Liter Regen. Auch die Verarbeitung der hohen täglichen Erntemengen von etwa 200.000 kg gepaart mit der extrem hohen Sortenvielfalt in den ersten 10 Tagen, brachten uns an unsere Grenzen. Nach dem 10. Lesetag hatten wir bereits über 60 % unserer gesamten Ernte eingefahren, das hat selbst den Turboherbst von 2023 noch deutlich übertroffen!
So früh wie noch nie haben wir die Lese 2025 am 3. Oktober mit den Premium Sorten Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon beendet. Mit letztendlich 3.900 Tonnen einer der größten und mit Abstand der schnellste Jahrgang der letzten Jahrzehnte!
Das Fazit: 2025 war ein Ausnahmejahrgang – fordernd, aber mit einem absolut lohnenden Ergebnis. Dank entschlossener Planung, Teamgeist und Erfahrung konnten wir trotz enormem Tempo herausragend reife, fruchtbetonte und stabile Weine erzeugen.
„Ein Jahrgang voller Charakter – intensiv, klar und mit beeindruckender Präzision im Glas.“
- Axel Gerst, C&G Geschäftsführer
Ein riesiges Dankeschön an unser unschlagbares Team und unsere Winzer mit ihren Familien & Freuden, die alles gegeben haben!